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 Die Geschichte

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Cenerun
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Ort : hinter dem Bildschirm oder doch davor?

BeitragThema: Die Geschichte   Mo 15 Nov 2010, 15:47



 Im Schatten des Mondlichts

Die Welt war nicht immer so, wie wir sie heute kennen. Einst erstrahlte sie in ihrem ganzen Glanz, sie war bevölkert von den verschiedensten Wesenheiten und es herrschte Frieden zwischen den Völkern. Gewiss gab es stets Zwistigkeiten zwischen den Völkern des Lichts und denen des Schattens, doch waren es kaum mehr als bedeutungslose Konflikte in Anbetracht des großen, vorherrschenden Gleichgewichts. Das war vor dem Sturz Shanthúras, der Herrin des Lichts und der Göttin des Lebens und der Hoffnung. Lange Zeit herrschten sie und ihr Bruder Tahawar, der Gott des Mondes und der Toten Seite an Seite. Beide waren friedvoll und einander an Macht und Größe ebenbürtig, sodass sie das Gleichgewicht und den Einklang in den Sphären der Götter wie auch unter den Sterblichen auf der Erde wahrten. Aber es kam die Zeit, da sich Ziranus rührte, der Herr der Intrigen, des Mordes und des Chaos. Obgleich er lediglich ein noch junger Halbgott war, hatte er doch binnen sehr kurzer Zeit enorme Stärke erlangt. Doch stand Ziranus selbst an der Schwelle des Wahnsinns und war blind in seiner Gier nach Macht, und es missfiel ihm, dass Shanthúra und Tahawar ihm überlegen waren und friedvoll herrschten.

Ziranus begann seine Anhänger um sich zu scharen, mit dem irrsinnigen Entschluss, sich über alle anderen Götter zu erheben und als alleiniger Gott zu herrschen. Nach und nach zog er immer mehr Götter auf seine Seite, die den Versprechungen von Macht verfielen, die Ziranus ihnen machte. Jene, die er für zu schwach erachtete, um ihn bei seinem Vorhaben von Nutzen zu sein, tötete er, um sich deren Kraft anzueignen. Doch während sich einige Gottheiten zu der Finsternis hingezogen fühlten, gab es in den Höheren Sphären auch jene, die Ziranus‘ finsteres Treiben erkannten und sich im entgegenstellten. Was als Auseinandersetzung zwischen wenigen begann, wurde schnell zum bitteren Krieg, als sich mehr und mehr Götter für eine Seite entscheiden mussten und gegen ihre Freunde und Geschwister in den Kampf zogen. Ziranus sah all dies mit Befriedigung, denn es war das Chaos, das ihn stark machte und eben jenes hatte er in die Reihen der Götter getragen. Noch immer bemühten sich Shanthúra und Tahawar nach Kräften, den Krieg zu verhindern und die Götter zur Besinnung zu bringen, doch sollten ihre Versuche vergebens bleiben. Schließlich gelang es Ziranus, auch Tahawar in diesem blutigen Krieg auf seine Seite zu ziehen, denn auch der Mondgott erlag der Versuchung der Macht, die Ziranus ihm versprach. Er alleine sollte über den Götterhimmel herrschen, über Sonne und Mond regieren und selbst dem Sternvater Valra ebenbürtig sein, so flüsterte der Halbgott ihm zu.

So wandte sich Tahawar gegen seine Schwester und vor der vereinten Kraft der abtrünnigen Götter und ihres Bruders musste die Sonnengöttin weichen. Sie verlor den Zweikampf gegen den Mond und wurde, ihrer göttlichen Existenz beraubt, in die Welt der Sterblichen verbannt. Sei es ein letzter verbliebener Funken Zuneigung oder die Gewissheit, dass sie von dort ohnehin nicht wieder zurückkehren würde, die ihn davon abhielt, Shanthúra gänzlich zu vernichten. Mit dieser Tat war der Anbruch des Blinden Zeitalters besiegelt. Auch Dunkles Zeitalter wurde es genannt, wegen der schwarzen Sonne, die nunmehr am Himmel stand und der Welt ihr fahles, giftiges Licht schenkte und die Herzen ihrer einstigen Anhänger nun schwer werden ließ. Der Krieg wütete schon lange nicht mehr nur in den Sphären der Götter, auch ihre Anhänger auf Erden hatten sich längst gegeneinander gewandt und einander den Krieg erklärt. Zu Beginn waren es nur die Anhänger Ziranus‘, die den Befehlen ihres Gottes folgten und Krieg und Leid in die Welt der Sterblichen brachten. So gab es zunächst nur einzelne Scharmützel und Übergriffe, die jedoch bald in einem Kampf ausarteten, dem sich immer mehr Parteien anschlossen. In blutigen Gefechten und Feldzügen bekämpften sie einander aufs äußerste, sodass in der Welt der Sterblichen ebenso wie in der der Götter alsbald Tod und Zerstörung regierten.

Doch herrschte nicht nur der Krieg, schlimmer noch, Tahawar sah sich außerstande, die Macht der Sonne seinem Willen zu beugen, denn sie war ihm fremd. So wie er einst gemeinsam mit seiner Schwester Shanthúra das Gleichgewicht der Welt bewahrt hatte, so drohte dieses nun zu kippen, nun, da sich die Verhältnisse in den Göttersphären nicht mehr im Gleichgewicht befanden. Viele Jahre lang wütete das Chaos und grausame Schlachten und Gefechte zehrten sowohl die Götter als auch ihre irdischen Anhänger aus. Dennoch war niemand bereit, nachzugeben und dem Abschlachten ein Ende zu setzen. Ein jeder strebte nach mehr Macht, der alleinigen Herrschaft und der Zerstörung aller, die sich ihm zu widersetzen wagten. Da geschah es, dass in der wohl dunkelsten Stunde des Krieges das Licht am hellsten zu strahlen begann: Shanthúra wurde wiedergeboren, im Körper eines sterblichen Mädchens. Sie verfügte längst nicht über die göttliche Macht, über die sie einst geboten hatte. Auch war ihr jegliche Erinnerung daran verschlossen.

Dennoch versetzte ihre Wiedergeburt die Götter in Aufruhr. Sollte die Möglichkeit bestehen, dass sie in die Sphären der Götter zurückkehrte? Dass sie ihren rechtmäßigen Platz auf zurückerkämpfen und die abtrünnigen Götter aufs Grausamste bestrafen würde? Manche Götter entsandten ihre irdischen Getreuen, um ihre Sonnengöttin zu suchen, manche, um sie ein für alle Mal zu vernichten. Niemand wusste, in welcher Gestalt die Herrin des Lichts auftauchen würde, denn es waren lediglich Gerüchte, die sich unter den Sterblichen verbreitet hatte, doch war es der einzige Hoffnungsfunke, an den sie sich klammern konnten. Ziranus hingegen hatte mit sichtlichem Missfallen die Wiedergeburt Shanthúras wahrgenommen. So sandte auch er seine Häscher aus, nach der Göttin in Menschengestalt zu suchen, denn es war die Furcht um ihren Wiederaufstieg und dem Machtverlust, den dies für ihn bedeuten würde, die ihn zwang, sie zu finden – und zwar rasch, rascher als alle anderen.
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